Rotkohl fermentieren: natürlich haltbar machen & gesund genießen
Fermentation ist eine der einfachsten und natürlichsten Methoden, Gemüse haltbar zu machen – ganz ohne langes Einkochen, Zucker oder Konservierungsstoffe. Mit etwas Salz und Zeit wird aus deiner Ernte ein echtes Superfood, das Körper und Umwelt guttut.
Warum Fermentieren?
Fermentieren ist viel mehr als nur Vorratshaltung – es ist ein natürlicher Prozess, bei dem Milchsäurebakterien das Gemüse veredeln. Dabei werden die wertvollen Inhaltsstoffe des Gemüses für den Darm besser verfügbar gemacht und ein unverwechselbareres Geschmackserlebnis ensteht.
Das bringt’s:
- Gesund für dich: Fermente unterstützen die Verdauung und stärken das Immunsystem.
- Nährstoffreich: Vitamine bleiben erhalten und werden besser verfügbar.
- Nachhaltig: Wenig Stromverbrauch im Vergleich zu anderen Methoden, keine Zusatzstoffe.
- Regional & saisonal: Du kannst deine eigene Ernte optimal verwerten.
Schritt-für-Schritt: Rotkohl fermentieren
Zutaten:
- 1 Rotkohl
- 3-4 Möhren
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 1–2 Knoblauchzehen
- 1 Stück Ingwer (optional)
- Stein- oder Meersalz
- Gewürze nach Geschmack (z. B. Pfeffer, Chili, Koriander, Senfkörner oder Lorbeer)
Geeignetes Zubehör:
Am besten eignen sich Bügelgläser, Gläser mit einem Gärverschluss oder ein Gärgefäß aus Ton. Wichtig ist, dass das Gefäß luftdicht verschlossen werden kann, aber dennoch Gas entweichen kann – so entsteht eine ideale Umgebung für die Milchsäurebakterien. Ein Gärgewicht oder ein sauberes Kohlblatt hilft dabei, das Gemüse unter der Lake zu halten.
Alle verwendeten Utensilien vorher gründlich mit heißem Wasser und etwas Spülmittel reinigen.
1️. Gemüse vorbereiten

Rotkohl halbieren, den Strunk entfernen und fein hobeln. Ein großes Kohlblatt übrig lassen für später.
Möhren raspeln, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und ggf. Ingwer klein schneiden.
2️. Alles mischen und salzen

Das gesamte Gemüse abwiegen und 3% des Gewichts an Salz hinzugeben. In einer großen Schüssel Gemüse, Gewürze und Salz vermengen, danach das Ganze 30 Minuten ziehen lassen. Das Salz entzieht dem Gemüse Wasser – diese Lake ist später die natürliche Schutzschicht beim Fermentieren.
3️. Kneten, bis Lake entsteht

Mit den Händen kräftig durchkneten, bis reichlich Flüssigkeit austritt und das Gemüse weich wird. Dieser Schritt ist entscheidend, damit die Milchsäuregärung unter Sauerstoffabschluss funktioniert.
4️. Gemüse in ein Gärgefäß füllen

Das Gemüse fest in ein sauberes Gärgefäß drücken.
Wichtig: Das Gemüse muss komplett von der Lake bedeckt sein! Ein Kohlblatt als Abschluss und ein kleines Gärgewicht helfen, alles unter der Oberfläche zu halten.
Das Gefäß verschließen und bei Zimmertemperatur 5–7 Tage stehen lassen. Stelle es am besten in eine Schüssel – manchmal tritt etwas Lake aus.
Nach etwa 5 Tagen kannst du dein Ferment probieren. Sobald es deinem Geschmack entspricht, stelle das Glas in den Kühlschrank. Dort hält es sich mehrere Wochen.
So genießt du dein Ferment
Fermentierter Rotkohl ist vielseitig:
- als Beilage
- aufs Käsebrot
- als Topping auf Bowls oder Salate
- oder pur als vitaminreicher Snack
Ein Esslöffel täglich unterstützt dein Mikrobiom und stärkt das Immunsystem – perfekt für Herbst und Winter.
Natürlich haltbar machen – mit der Kraft der Natur
Wenn du gerne Gemüse selbst verarbeitest und saisonal kochst, ist Fermentation der ideale Einstieg ins Haltbarmachen. Du entscheidest, was ins Glas kommt: dein Gartengemüse der Saison, Salz und Gewürze – sonst nichts.
In unserer neuen Kategorie „Haltbarmachen“ findest du bald:
- Gärgläser und Gewichte
- Startersets für Einsteiger:innen
- Praktische Tipps rund ums Fermentieren
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